Ohne Leerstandsmanagement geht nix


Der Saal war voll beim Runden Tisch "Lebensraum Stadt" von FDP und FWS -
und keineswegs nur voller Mitglieder. Das zeigt, wie sehr das Thema
Innenstadt in Sulzbach-Rosenberg unter den Nägeln brennt.

FDP-Ortsvorsitzender und Spitzenkandidat Christian Weiß begrüßte den
FDP-Landtagsabgeordneten Sebastian Körber, Vorsitzender des
Landtagsausschusses für Wohnen, Bauen und Verkehr. Körber ist als
Architekt und Bauträger auch mit dem praktischen Geschäft vertraut. Weiß
sprach gleich die wichtigsten Themen des Abends an: Innerstädtischer
Leerstand, Barrierefreiheit, Einkaufsmöglichkeiten,
Fahrradfreundlichkeit, öffentlicher Nahverkehr und regte an größer zu 
denken und nicht im klein klein zu verbleiben .
"Leerstandsmanagement und Wirtschaftsförderung sind Chefsache", erklärte
der Landtagsabgeordnete und nannte als Beispiel Bamberg und Rehau in
Oberfranken. In Bamberg werde die historische Kulisse erfolgreich mit
Veranstaltungen bespielt, die Tausende in die Stadt zögen. Rehau
beschäftige einen Wirtschaftsförderer, der ständig mit den
Geschäftsleuten Kontakt halte und rechtzeitig Nachfolgenutzungen
vermittele, wenn ein Laden schließt. Wenn in einer Straße oder einem
Stadtviertel bereits viele Geschäfte leerstehen, sei es zu spät, man
müsse vorher aktiv werden.
Fahrrad und Auto dürften gerade im ländlichen Raum nicht gegeneinander
ausgespielt werden. 60 bis 70% der Menschen benutzten als Verkehrsmittel
ausschließlich das Auto. "Ohne Parkplätze ist eine Innenstadt tot!",
warnte Körber. Er schlug vor, für Radfahrer zusätzliche Plätze oder
sogar Parkboxen für teure Räder zu schaffen. Vom Thema Barrierefreiheit
seien nicht nur Rollstuhlfahrer betroffen, sondern auch Senioren oder
Verletzte, die auf Gehilfen angewiesen seien, und Familien mit kleinen
Kindern. Das seien bis zu 30% der Bevölkerung.
In der anschließenden Diskussion ging es vor allem um stadtplanerische
Themen. Ursache für das Aussterben der Innenstädte sei die
Funktionstrennung zwischen Innenstädten mit Geschäften und
Arbeitsplätzen, in denen aber keiner mehr wohne, und Schlaforten
rundherum. Entscheidend sei die Erhöhung der Wohnqualität in den
Innenstädten, und dazu gehöre auch eine zeitgemäße Ausstattung von
Häusern und Wohnungen beispielsweise mit Solarthermie, Photovoltaik,
Aufzügen und anderem mehr. Bei Storg und Liliencenter wurde beklagt,
dass hier zwei verschiedene Investoren am Werk seien, die ihre Pläne
nicht miteinander abstimmen. Der Gast stellte dazu fest, dass die Stadt
zentrale Immobilien, die für die Stadtentwicklung enorm wichtig seien,
nicht einfach an Investoren abgeben solle. Man könne mit Ideen- und
Realisierungswettbewerben im Vorfeld Einfluss nehmen und die Investoren
an Vorgaben binden.
Einen Schlusspunkt setzte der Vorsitzende von Pro-Suro, Kurt von Klenck:
"Der Tod der Städte ist die Einstellung der Bürger!" Bürger, die über
fehlende Geschäfte klagen, aber bei Internet-Shops in Hongkong
bestellen, um ein paar Cent zu sparen.

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