Nichts geht mit dem Handy

Manche Gegenstände werden durch ein einziges Löchlein entwertet, stellte schon Kurt Tucholsky in einer seiner Satiren fest. Ganz gewiss gilt das auch für das Mobilfunknetz, und das kann ganz unwitzige Folgen haben.

FDP-Kreisvorsitzender Kilian Taubmann wollte es genau wissen. Er traf sich mit dem Edelsfelder Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl, Feuerwehrkommandant Sebastian Riedl, Kreis- und Gemeinderäten in Weißenberg. Dann schaute er auf sein Handy – Netzstärke Null. Überrascht war Taubman nicht: „Die Netzbetreiber stellen ihre Netzabdeckung besser dar, als sie wirklich ist. Sie werden nämlich im Rahmen der Frequenzauktionen verpflichtet, in unterversorgten Gebieten neue Stationen aufzubauen. Und das kostet Geld!“

Für den Bürgermeister ist der Zustand des Netzes in seiner Gemeinde ein Ärgernis. Die Gemeinde Edelsfeld bemüht sich auch um alle möglichen Förderungen zum Ausbau der Infrastruktur. Strehl gibt jedoch zu bedenken: „Mit dem nun geplanten Förderprogramm des Freistaates soll das Aufgabengebiet der Kommunen auch um den Mobilfunk erweitert werden. Was sollen die Gemeinden denn noch alles leisten?“

Man könnte natürlich sagen: Muss jeder Depp überall telefonieren können? Vielleicht nicht, aber was ist mit dem Handwerker im Außendienst, der für einen Notfalleinsatz telefonisch benachrichtigt werden muss? Oder bei einem Verkehrsunfall? Oder wenn es brennt? „Ohne Empfang ist es schwierig, einen Notruf abzusetzen“, stellte Feuerwehrkommandant Riedl trocken fest.

Die Kommunalpolitiker wollen sich bei der Landesregierung für eine Verbesserung der Netzabdeckung in Edelsfeld und anderen ländlichen Gemeinden einsetzen. Tucholsky hätte mit dem Funkloch übrigens kein Problem gehabt. Er schrieb: „Was wäre der Mensch ohne Telefon! Ein armes Luder. Was aber ist er mit dem Telefon? Ein armes Luder.“


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