Hilfe! Kein Netz!

Was für gestresste Großstädter erholsam sein mag,geht Bauern, Unternehmern, Rettungsdiensten und der Gemeinde gehörig auf die Nerven. Der Weidener Landtagsabgeordnete Christoph Skutella  überzeugte sich selbst davon: In der Gemeinde Illschwang gibt es mehrere Gebiete ohne Mobilfunkversorgung – unter anderem auch ein beliebtes Wirtshaus in Aichazandt. In Ländern wie Polen und Litauen, die bei weitem nicht die Wirtschaftskraft Deutschlands haben, funktioniere der Mobilfunk wesentlich besser als in Deutschland, berichteten Kommunalpolitiker, die sich in Aichazandt mit dem Abgeordneten getroffen hatten. Skutella schlägt vor, die Lizenzen für die neuen 5G-Netze mit der Forderung zu verknüpfen, die Funklöcher zu stopfen. Es fehle aber der politische Wille, das Problem zu lösen. Dabei, so Skutella, sei gerade im ländlichen Raum eine gute Mobilfunkversorgung besonders wichtig: „Kein Bereich benötigt die 5G-Netze so dringend wie die Landwirtschaft.“ Innovationen wie die kleinräumige Optimierung von Saat, Düngung und Pflanzenschutz seien nur mit Übertragung von großen Datenmengen auf die Feldmaschinen möglich. Stellvertretender Bürgermeister Benjamin Hiltl (Unabhängige Wählergemeinschaft) befürchtet Nachteile für den Standort Illschwang, wenn Dienstleistungen, die andernorts selbstverständlich sind, hier nicht möglich seien. Ganz besonders kritisch sieht FDP-Kreisvorsitzender Kilian Taubmann die Situation für die Rettungsdienste: „Wer übernimmt eigentlich die Haftung, wenn Polizei,Feuerwehr oder Rettungswagen mangels Netz nicht alarmiert werden können?“ Die Maßnahmen der Staatsregierung, die den Gemeinden Zuschüsse für eigene Funkmasten zahlen will, greifen nach Skutellas Meinung zu kurz. Die ehrenamtlichen Bürgermeister der Landgemeinden, die am meisten von der schlechten Mobilfunkversorgung betroffen seien, könnten neben ihren sonstigen Verpflichtungen nicht auch noch das Projektmanagement für die Aufstellung neuer Sendemasten übernehmen. Hier müsse der Freistaat schon selbst tätig werden.


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