Fdp besucht das Haus Rosenau in Königstein

Wo sollen Menschen leben, die geistig behindert und außerdem aggressiv gegen sich selbst und gegen andere sind? In einem normalen Wohnheim können sie nicht angemessen betreut werden, in die forensische Klinik gehören sie auch nicht. Die Regens-Wagner-Stiftung Michelfeld nimmt sich seit 2016 dieser Menschen in Haus Rosenau in Königstein an.

Wie leben die Bewohner dort? Welche therapeutischen Angebote gibt es? Wie ist der Alltag organisiert? Das wollten die Politiker von FDP und FWS aus dem Landkreis und der Stadt Amberg wissen. Auch Uli Lechte, Bundestagsabgeordneter aus Regensburg, hatte sich der Gruppe angeschlossen, um diesen wichtigen Bereich der sozialen Arbeit kennenzulernen. Den Besuch hatte Christian Weiß organisiert, FDP-Ortsvorsitzender von Sulzbach-Rosenberg und Kandidat für den Bezirkstag. „Seelisch, geistig und körperlich Behinderte brauchen unsere Unterstützung“, sagte er, „deshalb müssen die Einrichtungen endlich die notwendige Personalausstattung bekommen und die Pflegekräfte verdienen Wertschätzung und eine bessere Bezahlung!“

Georg Müller, Bereichsleiter von Haus Rosenau, Dr. Bernhard Danzer vom pädagogischen Fachdienst sowie der Gesamtleiter von Regens Wagner, Peter Miltenberger, erläuterten den liberalen Politikern den Aufbau und das Konzept des Hauses.

Haus Rosenau ist eine vollstationäre Einrichtung, die in drei Wohngruppen jeweils acht Menschen Heimat und Förderung bietet. Dabei betreut eine Wohngruppe Bewohner mit schwerster geistiger Behinderung, in den beiden anderen Wohngruppen leben Menschen mit geistiger Behinderung und zusätzlich herausforderndem Verhalten. Die Bewohner werden intensiv von Heilerziehungs-, Alten- und Krankenpflegern, von Ergotherapeuten, Pädagogen und Psychologen betreut. Wie Miltenberger erläuterte, führen die Bewohner „ein Leben mit möglichst normalem Vorzeichen“.

Mit den Wohngruppen für geistig Behinderte herausforderndem Verhalten betritt Regens Wagner Neuland. Dieser Teil des Gebäudes ist besonders gesichert, außerdem gilt hier der höchste Personalschlüssel: Jederzeit, also auch in der Nacht, müssen mindestens zwei Personen anwesend und wach sein. Die Beschäftigten haben nicht nur eine pflegerische oder therapeutische Ausbildung, sondern sind auch in Deeskalation und Selbstverteidigung geschult. Müller berichtete, dass wegen der besonderen Herausforderungen niemand gegen seinen Willen nach Haus Rosenau versetzt werde, dass die Mitarbeiter aber zufrieden seien.

Miltenberger, Müller und Dr. Danzer führten die Liberalen durch das Haus. Sie zeigten die große Bewegungshalle, die freundlichen Einzelzimmer und die Förderstätte im Nachbargebäude, wo die Bewohner unter der Woche tagsüber pädagogisch und therapeutisch betreut werden.

Hans-Jürgen Reitzenstein, Kreisrat und 3. Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg, bedankte sich für die Führung und überreichte Miltenberger eine Spende. MdB Lechte war sehr beeindruckt: „Damit es solche segensreichen Einrichtungen geben kann, dafür bezahle ich Kirchensteuern. Herzlichen Dank, dass Sie diese Arbeit hier machen. Gern will ich Ihnen als Abgeordneter helfen.“

Anschließend gingen die Liberalen auf den Annaberg, um sich in gemütlicher Atmosphäre über den Besuch in Königstein auszutauschen.


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